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Reparatur des Retina Displays

Im vorigen Blog post ging ich auf das Ghosting Problem bei den Retina MacBooks ein. Mein eigenes MacBook ist davon leider auch betroffen. Daher habe ich es zur Reparatur bei Apple gegeben und möchte hier meine ersten Eindrücke schildern.

Abgabe im Apple Store

Bei einem Telefongespräch mit der Apple Hotline (Rückruf nach Vereinbarung / Termin) wurde mir mitgeteilt, dass ich das MacBook bei einem Apple Händler vorführen müsse. Der Rückruf erfolgte zur geplanten Uhrzeit und der Sachbearbeiter vereinbarte einen Termin beim lokalen Apple Store, in dem das MacBook dann vor Ort repariert werden soll. Glücklicherweise ist ein Apple Store in der Nähe, bei dem ich das Gerät nach nur 20min Verspätung vorführen und abgeben konnte. Glück ist hier ein dehnbarer Begriff, denn ich kann mir durchaus einen besseren Zeitvertreib vorstellen als eine Woche vor Heilig Abend in der Münchener Innenstadt herumzulaufen (die Anfahrt mit verstopften Bahnen mal außen vor gelassen).

Die Reparatur erfolgt dann allerdings nicht (wie ich erst annahm) sofort vor Ort sondern innerhalb von 5-7 Werktage. Warum das Austausch Display nicht vorab bestellt wurde erschließt sich mir nicht, insbesondere deswegen nicht weil der Fehler bekannt ist. Ein Austauschgerät erhält der Kunde nicht. Eine Reparatur noch in diesem Jahr erscheint unwahrscheinlich.

Neuer Benutzer

Für die Reparatur wird ein neues Benutzerkonto angelegt, mit dem die Apple Techniker auf das Gerät zugreifen können. Wer nun denkt, dass seine Daten damit vor unberechtigten Zugriff geschützt seien, denkt falsch. Es ist mit sehr simplen Methoden möglich auf die gesamte Festplatte zuzugreifen – völlig unabhängig vom eingerichteten Benutzer. Abhilfe kann hier höchstens eine komplette Verschlüsselung der Festplatte bzw. des Benutzerordners schaffen (beispielsweise TrueCrypt oder eventuell File Vault).

Freundliche Genies

Die Mitarbeiter im Apple Store sind trotz des Weihnachtsstresses stets freundlich, interessiert und hilfsbereit. Ob sie kompetent arbeiten wird sich allerdings noch zeigen müssen. Bei einem dermaßen teuren Gerät sind die Erwartungen entsprechend groß und ebenso die Skepsis.

Keine Lösung

Bei dem Austausch des Displays (so wurde mir vor Ort mitgeteilt) hat der Techniker keinen Einfluss auf die Herkunft des Ersatzteils. Es kann passieren, dass wieder ein LG Display verbaut wird und der Fehler nach wenigen Wochen erneut auftritt. Wer mit dem Fehler leben kann wird somit besser beraten sein sich die Zeit für die Reparatur zu sparen.

Alle anderen müssen es auf eine eventuelle Wandlung des Kaufvertrages ankommen lassen. Diese ist spätestens nach 2 vergeblichen Reparaturversuchen (des gleichen Fehlers!) möglich.

Paragraphenreiterei

Für die Durchführung der Reparatur muss der Kunde eine Erklärung unterschreiben, die es auf ihren 30 Seiten ganz schön in sich hat. Zusammengefasst lautet der Konsens wohl:

Was du bekommst entscheidet Apple

Ob nun ein general überholtes Austauschgerät, eine Reparatur mit gebraucht Teilen oder Erstattung des Kaufpreises, dass hat der Kunde nicht in der Hand. Da unklar ist ob man sein Gerät je wieder sieht,  reicht ein Backup nicht aus. Vielmehr bietet es sich an  vorher auch alle Daten zu löschen.

Als Nächstes

Nach Abschluss der Reparatur wird der Kunde per Mail oder Telefon darüber informiert, dass er sein Gerät im Apple Store abholen kann. Dafür ist allerdings ein Personalausweis erforderlich. Bestenfalls ist das Problem damit dann erledigt, ansonsten gibt es einen weiteren Artikel…

[UPDATE]

Heute konnte ich mein repariertes MacBook aus dem Apple Store abholen. Für die Abholung war kein Termin erforderlich. Die Reparatur dauert lediglich 3 Tage (Mo. Abend abgegeben, Do. Abend abgeholt) und hinterließ keine sichtbaren Spuren am Gerät. Erfreulich ist, dass bei mir nun ein Samsung Display verbaut ist (LSN154YL01001) und dies hoffentlich mein letztes Problem mit dem ansonsten sehr guten Produkt war.

Fazit

Insgesamt hinterließ die Reparatur also einen positiven Eindruck. Zwar ist es ärgerlich, dass ein so teures Gerät einen Fehler enthält, aber das Problem wurde erfreulich schnell gelöst. Vom ersten Telefonat, bis zum reparierten Gerät dauerte es lediglich 7 Tage. Während dessen waren die Mitarbeiter stets interessiert und freundlich. Alle Termine und Vereinbarungen (Rückruf) wurden eingehalten.

Retina Display des MacBooks auf Einbrennen testen

Die neuen MacBooks sind nicht ganz billig. Entsprechend hoch sind die Erwartungen an die Qualität. Leider ist Apple nicht immer in der Lage diese auch zu liefern.

Bei etlichen MacBooks mit Retina Display tritt schon nach kurzer Zeit ein Effekt auf, der dem Einbrennen sehr ähnlich ist, das Display aber nicht permanent beschädigt. Insbesondere bei starkem Kontrast kann dieser Effekt schon nach wenigen Minuten störend sichtbar werden.

Etliche Käufer (u.a. ich) berichten, dass das Problem nicht von Anfang an auftritt, sondern erst nach einigen Wochen sichtbar wird, dann aber bestehen bleibt.

Ob das eigene MacBook von dem Problem betroffen ist lässt sich am einfachsten mit einem Testbild herausfinden.

Testbild um das Ghosting des Retina Displays zu reproduzieren

Testbild zum Reproduzieren des Ghostings bei Retina Displays

Dazu das Testbild wenige Minuten mit einem Bildanzeiger (Bsp. Xee) bildschirmfüllend anzeigen. Danach zeigt sich der Effekt besonders deutlich beim Wechsel (wischen) von einem Arbeitsplatz auf den nächsten oder bei einem uni-farbenen Hintergrund. Der Effekt verschwindet erst nach längerer Zeit wieder. Daher rate ich dazu, diesen Test nur durchzuführen, wenn im Anschluss daran keine präzise Bilddarstellung erforderlich ist.

Ein letzter Hinweis ist der Hersteller des Displays. In verschiedenen Foren wird berichtet, dass ausschließlich Retina Displays von dem Hersteller LG betroffen seien. Retina Displays von Samsung sollen von diesem Problem verschont bleiben.

Den verbauten Display Typ kann man ermitteln indem man folgende Zeile in dem Terminal ausführt:

ioreg -lw0 | grep \"EDID\" | sed "/[^<]*</s///" | xxd -p -r | strings -6
Color LCD
LP154WT1-SJA1
DCN23020CECDMJ0AE

Das „LP“ im zweiten Absatz der Ausgabe deutet auf einen LG Display hin.